
Die Sonnenallergie, in der Fachwelt auch als polymorphe Lichtdermatose (PLD) bezeichnet, ist weit verbreitet. Man schätzt, dass etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung in Europa von dieser unerwünschten Reaktion der Haut auf die Einwirkung von Sonnenlicht betroffen sind. Bei der Ausbildung der sonnenallergischen Reaktion spielen so genannte "Freie Radikale" eine bedeutende Rolle.
Das sind Moleküle oder Atome wie etwa Sauerstoff, die extrem reaktiv sind, oder anders ausgedrückt, die am liebsten mit allem chemische Verbindungen eingehen würden, was in ihre Nähre gerät. In den Zellen sind das meist für die Funktion der Zelle wichtige Bestandteile. Durch die Energie der Sonnenstrahlen können sich solche Freien Radikale in der Haut bilden und oxidativen Stress verursachen.
Die Sonnenallergie äußert sich mit vielgestaltigen Symptomen wie juckenden Hautausschlägen mit Rötungen, Bläschen, Quaddeln oder Knötchen. Wissenschaftler untersuchen deshalb im Rahmen von Studien die Wirksamkeit von antioxidativ wirkenden Substanzen zum Schutz vor PLD. Solche Wirkstoffe sollen die freien Sauerstoffradikale an der Oxidation von Zellbestandteilen hindern und so einer Sonnenallergie vorbeugen. Und das scheint auch zu gelingen.
In einer Anwendungsbeobachtung mit 577 Patienten beispielsweise wurden zwei dieser Substanzen, alpha-Glucosylrutin und Tocopherolacetat, unter Urlaubsbedingungen vor Ort getestet. Die Patienten hatten in früheren Urlauben Symptome einer PLD oder Mallorca-Akne sowie damit verbundenen Juckreiz gezeigt. Unter Anwendung entsprechender Cremes besserte sich die Hautsymptomatik sowohl der PLD als auch der Mallorca-Akne ebenso wie der Juckreiz im Vergleich zum letzten Urlaub. Bei nur 10,4 Prozent der Patienten trat die Sonnenallergie trotz Anwendung der Prüfprodukte auf. Die Forscher hatten darauf geachtet, dass die Urlaubsorte besonders in punkto Sonne sich im Testjahr nicht signifikant von den Orten des letzten Urlaubs unterschieden. Auch die Verträglichkeit der Produkte wurde von Ärzten und Patienten als sehr gut beschrieben. Obwohl fast 40 Prozent der Testpersonen zusätzlich unter weiteren Hauterkrankungen insbesondere Neurodermitis litten, wurden lediglich in 9 Fällen (1,5 Prozent) Unverträglichkeitsreaktionen festgestellt.
Die polymorphe Lichtdermatose wird überwiegend (zu etwa 80 Prozent) durch den UVA-Anteil des Sonnenlichts ausgelöst. Schützen kann man sich daher auch durch die Verwendung einer Sonnenmilch, die zusätzlich zum hohen Lichtschutzfaktor gegen UVB-Strahlen (mindestens LSF 15) einen hohen UVA-Filter enthält. Hat sich eine Sonnenallergie ausgebildet, muss anschließend die Sonne gemieden werden.
Lit.: Akt Dermatol 2003, 29, 121-126