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Lichtschutz

21.07.2006

UV-B-Strahlung erhöht Risiko für hellen Hautkrebs

Sich der UV-Strahlung der Sonne auszusetzen, ist ein Gefahrenfaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Das gilt für die zwei häufigsten Hautkrebsarten: das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom, zwei Formen des meist gut heilbaren hellen Hautkrebs, und für das seltenere, aber sehr aggressive Melanom. Eine neuere Untersuchung von US-Wissenschaftlern lässt jedoch vermuten, dass die Beziehung zwischen UV-Strahlung und Hautkrebs komplexer ist, als bislang angenommen.

Neueren Forschungsergebnissen zufolge fördert die für Sonnenbrand verantwortliche UV-B-Strahlung hellen Hautkrebs, Melanome dagegen nicht (direkt).

In einer Studie haben amerikanische Forscher, den Einfluss der energiereichen UV-B-Strahlung auf die Erbsubstanz untersucht. Ihren Laborversuchen an Blutzellen von Hautkrebspatienten zufolge steigert UV-B-Strahlung das Risiko für die Bildung von hellem Hautkrebs, nicht aber für die Entstehung von Melanomen. Letzteres hat zunächst einmal verblüfft.

UV-B-Strahlung kann Brüche an den Strängen der Erbsubstanz DNA verursachen und so Hautkrebs auslösen. Diesen Zusammenhang wollten die Wissenschaftler näher beleuchten. Im Rahmen einer Studie nahmen sie Blutproben von 469 Patienten mit Melanomen oder hellem Hautkrebs und 329 krebsfreien Patienten. Die Blutproben wurden im Labor UV-B-Strahlung ausgesetzt und 24 Stunden später die Zahl der DNA-Brüche in den Zellen gemessen.

Das Ergebnis: Das Erbgut der Patienten mit hellem Hautkrebs reagierte sehr viel empfindlicher auf die UV-B-Strahlung als das der Melanompatienten und der Kontrollgruppe. Eine hohe Anzahl von DNA-Brüchen war mit einer fast dreifachen erhöhten Gefahr für hellen Hautkrebs verbunden. Die Neigung zu solchen DNA-Brüchen wird durch individuelle Probleme mit der Erbgutreparatur verstärkt. Die Gefahr für hellen Hautkrebs stieg durch eine Erhöhung der experimentellen UV-B-Dosis noch weiter an. Aber die Forscher fanden nicht die gleiche Beziehung zwischen DNA-Brüchen und Melanomrisiko.

Doch die Ergebnisse sind kein Grund zur Entwarnung: Die Melanomentstehung wird ebenfalls durch UV-Licht gefördert, jedoch wahrscheinlich über andere Mechanismen. Auch die längerwellige UV-A-Strahlung schädigt die Erbsubstanz, nur scheinbar nicht so drastisch: Sie verursacht keine Strangbrüche, sondern Mutationen, also chemische Veränderungen an den Molekülen, die sich im Lauf der Zeit ansammeln. Irgendwann, so die Forscher, ist die DNA dann so geschädigt, dass die Zellen ebenfalls entarten und sich die gefürchteten malignen Melanome bilden können. Die Empfehlung lautet deshalb weiterhin: Schützen Sie sich möglichst gut vor der Sonne!

Redaktion haut.de

Lit.: Li-E Wang (Krebszentrum der Universität von Texas, Houston, USA) et al.: "In Vitro Sensitivity to Ultraviolet B Light and Skin Cancer Risk: A Case-Control Analysis", Journal of the National Cancer Institute, 21.12.2005, Bd. 97: 1822-31



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