
Schöner Sonnenschein und wärmende Sonnenstrahlen auf der Haut, das tut Körper und Seele nach einem langen, kalten Winter besonders gut. Doch nicht für jeden bedeutet dies ungetrübte Freude. Man schätzt, dass etwa 10 bis 20 Prozent der Menschen in Europa auf die erste direkte Sonnenbestrahlung der Haut mit unangenehmen Hauterscheinungen reagieren. Sie heißen: Sonnenallergie, Mallorca-Akne oder photoallergische Reaktion und zeigen sich vielfältig:
mit Rötungen, Bläschen, Juckreiz, mit entzündlichen oder allergischen Reaktionen. Verursacht werden sie durch das UV-Licht der Sonne, zum Teil spielen auch Medikamente oder Substanzen aus kosmetischen Produkten eine Rolle.
Die Form der Sonnenallergie, die Fachleute als "polymorphe Lichtdermatose" bezeichnen, wird überwiegend (zu etwa 80 Prozent) durch die UV-A-Strahlen der Sonne ausgelöst. Sie äußert sich in juckenden Hautausschlägen mit Rötungen, Bläschen, Quaddeln oder Knötchen. Schützen kann man sich mit Hilfe von Sonnenschutzmittel, die zusätzlich zum hohen Lichtschutzfaktor gegen UV-B-Strahlen (mindestens LSF 15) einen entsprechen hohen UV-A-Schutz bieten (weitere Informationen). Heute werden zusätzlich antioxidative Substanzen wie etwa die Vitamine E und C oder Niacin plus Folsäure u.a. empfohlen.
Für die "Mallorca-Akne", die mit entzündlichen, akneartigen und sehr hartnäckigen Knötchen daherkommt, ist ebenfalls das UV-Licht der Sonne verantwortlich. Es führt zur Bildung aggressiver Moleküle, so genannter "freier Radikale" in der Haut, die mit fetthaltigen Substanzen aus dem körpereigenen Talg oder aus kosmetischen Produkten reagieren. Bei einem Mangel an Radikalfängern in der Haut können so Entzündungsreaktionen in den Haarfollikeln ausgelöst werden. Von Mallorca-Akne sind etwa 5 Prozent der Bevölkerung betroffen. Vorbeugen können sie durch die Verwendung von fettfreien Sonnenschutzgelen und Pflegemitteln. Auch hier machen antioxidative Substanzen als Radikalfänger Sinn.
Eine dritte Erscheinungsform, die "photoallergische Reaktion", schließlich kann ausgelöst werden, wenn Substanzen aus Medikamenten (z.B. Antibiotika, Johanniskraut) oder Kosmetika (z.B. ätherische Öle) unter der Einwirkung von Sonnenlicht chemisch verändert werden. Die entstehenden Abbauprodukte können allergische Reaktionen auslösen. Es ist daher sinnvoll, vor dem Urlaub mit ihrem Arzt mögliche Wechselwirkungen seiner Arzneien mit UV-Licht abzuklären. Bei Allergien gegen bestimmte Inhaltstoffe von Kosmetika, sollten Betroffene entsprechend beispielsweise auf parfum- oder emulgatorfreie Cremes umsteigen.
Redaktion haut.de