
"Trag nicht so dick auf", bekommen die Herren der Schöpfung zuweilen von ihren Lebenspartnerinnen zu hören. Bei Sonnencreme, meine Herren, dürfen Sie! Hier gilt: Bitte tragen Sie richtig dick auf!
Das gleiche gilt natürlich für das schöne Geschlecht. Sonnencreme entwickelt nur dann ihre volle Wirkung, wenn sie in ausreichender Menge auf die Haut aufgetragen wird. Nur dann entspricht die Wirksamkeit auch tatsächlich dem vom Hersteller auf der Flasche angegebenen Lichtschutzfaktor. Wer zu wenig nimmt, liegt deutlich darunter.
In Zahlen bedeutet das: Um den ganzen Körper zu schützen benötigt man etwa 35 Milliliter Sonnenmilch. Das ist eine ganze Handvoll! Ein zweifingerbreiter Cremestrang reicht jeweils für ein Neuntel der Körperoberfläche, also einen Arm, ein Bein, den Rücken, den Bauch etc. Exponierte Stellen wie Nase, Stirn, Ohren, Schultern, Nacken und Fußrücken nicht vergessen. Und: Gönnen Sie auch Ihren Lippen einen UV-Schutz und Ihren Augen eine gute Sonnenbrille.
Die Sonnencreme möglichst schon vor dem Verlassen des Hauses auftragen. Für Kinder und den Strand ist ein wasserfestes Mittel zu bevorzugen und trotzdem alle zwei Stunden nachcremen, da auch Sand, Kleidung und Badetuch, die Sonnencreme von der Haut abreiben. Die Schutzzeit verlängert sich durch das Nachcremen allerdings nicht! Lediglich der Schutzfaktor wird aufrechterhalten. Für Menschen, die von Mallorca-Akne geplagt werden, gibt es fettfreie Produkte wie Sonnenschutzgele. Bei aller Schutzwirkung: Eincremen ist wichtig, aber kein Freifahrtschein für unbegrenztes Sonnenbaden! Deshalb nicht zu lange in der Sonne bleiben und zwischen 11 und 15 Uhr lieber Schatten oder das Haus aufsuchen.
Bei der Wahl des Lichtschutzfaktors (LSF, engl. sun protection factor SPF) richtet man sich nach dem Hauttyp. Bei gesunder Haut und normalem Freizeitverhalten sollte es schon mindestens LSF 20 sein. Wer länger in der Sonne ist, z.B. bei einer Radtour, beim Wandern oder Freizeitsport, wer die Mittagssonne nicht meiden kann und wer in der Sonne arbeitet oder "badet", braucht höhere Faktoren. Meerwasser, Sand und helle Hauswände reflektieren zudem die Strahlung und erhöhen die UV-Intensität.
Redaktion haut.de 2008