
05.01.2012
Fluoride sind Salze, die überall in der Natur vorkommen. Allerdings reicht die Menge an Fluoridsalzen im Trinkwasser - meist weniger als 0,25 Milligramm pro Liter - zur Kariesprophylaxe nicht aus. Deshalb werden den meisten Zahnpflegemitteln synthetische Fluorverbindungen zugesetzt. Der Einsatz von Fluorid-Inhaltsstoffen ist in Europa durch die EG-Kosmetik-Richtlinie und die entsprechenden nationalen Rechtsvorschriften geregelt. Sie begrenzen die maximale Einsatzkonzentration auf 1500 ppm (mg/kg), um die toxikologische Sicherheit der Produkte für den Verbraucher zu gewährleisten. Die meisten marktüblichen Zahnpasten enthalten zwischen 1000 und 1500 ppm Fluorid. Der Fluoridgehalt aller Zahnpasten sollte auf der Verpackung angegeben werden.
Die Wirksamkeit fluoridierter Mundpflegeprodukte für die Zahngesundheit ist wissenschaftlich nachgewiesen. Viele große klinische Studien belegen, dass die regelmäßige Verwendung fluoridhaltiger Zahncremes das Kariesrisiko um 20 bis 40 Prozent reduziert. In Einzelfällen kann der Effekt sogar wesentlich höher liegen. Und so funktioniert Fluorid: Bakterien des Zahnbelags haben einen typischen Stoffwechsel. Sie vergären insbesondere Zucker zu Säure. Diese Säure greift den Zahnschmelz an und entzieht ihm unter anderem Calcium und Phosphat. Dieser Prozess heißt Demineralisation. Nach einer gewissen Zeit erscheint auf dem Zahnschmelz ein weißer Punkt, der so genannte Kreidefleck. Wird er größer und bricht die aufgeweichte Oberflächenschicht ein, entsteht ein Loch - die Karies. An diesem chemischen Vorgang setzt die Wirkung des Fluorids an. Es lagert sich mit dem im Speichel enthaltenen Calcium und Phosphat im Zahnschmelz ein. Dadurch wird die Säurelöslichkeit des Zahnschmelzes nachweislich verringert. Darüber hinaus kann Fluorid die Remineralisation des Zahnschmelzes an der Schmelzoberfläche fördern. Schließlich wirkt es auch auf den Stoffwechsel der Zahnbelagsbakterien. Es hemmt deren Vergärungsaktivität und führt so zu einer verminderten Säureproduktion.