
12.04.2012
Geöffnete Milchpackung, ungekühlter Brotbelag. Lange hält die beste Qualität diese Bedingungen nicht unbeschadet aus. Jeder weiß: Nur wenn Lebensmittel sorgfältig behandelt und richtig gelagert werden, bleiben sie genießbar. Was bei Nahrungsmitteln allgemein bekannt ist, trifft auch für Kosmetika zu. Die meisten kosmetischen Reinigungs- und Pflegeprodukte bestehen aus einer Vielzahl einzelner Zutaten, die bei falscher Behandlung oder ungünstigen Lagerbedingungen verderben können. Das gilt vor allem für angebrochene Packungen.
Immer wenn ein kosmetisches Produkt Wasser enthält, sind Konservierungsstoffe notwendig, denn in Wasser können Mikroorganismen sich ansiedeln und vermehren. Kosmetikprodukte ohne Konservierungsmittel können für Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze einen gedeihlichen Nährboden bieten, der die Haut schädigen kann. Produkte mit vergleichsweise hohem Wassergehalt, zum Beispiel Reinigungsmilch oder Körperlotionen, sollten deshalb sorgfältig konserviert sein. Wasserarme Emulsionen, die über einen hohen Fettanteil verfügen, oder Rasierwasser mit einem hohen Alkoholanteil benötigen meistens keinen oder nur einen geringen Konservierungsschutz.
Die Verwendung von Konservierungsstoffen in kosmetischen Produkten ist in der Kosmetikverordnung geregelt. Grundsätzlich sind die meisten Kosmetikprodukte ab dem Tag ihrer Herstellung mindestens 30 Monate lang haltbar. Wird dieser Zeitraum unterschritten - beispielsweise bei unkonservierten Rezepturen - muss auf der Verpackung ein Mindesthaltbarkeitsdatum genannt werden.
Inhaltsstoffe von Kosmetika müssen gekennzeichnet mit ihrer INCI-Bezeichnung ("Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe") sein. Die INCI-Bezeichnung ist weltweit einheitlich. Das hilft dem Allergiker bei der Auswahl der Produkte, denn er kann solche meiden, die den Stoff enthalten, auf den er allergisch ist. Die Inhaltsstoffe werden nach ihrer Einsatzkonzentration in abnehmender Reihenfolge aufgelistet. Am Ende stehen daher die Stoffe, die nur in geringen Konzentrationen eingesetzt werden. Dazu gehören meist die Konservierungsstoffe, denn davon wird von den Herstellern nur so viel verwendet wie unbedingt notwendig – zum Schutz des Verbrauchers!
Autor: Klaus Afflerbach
Quelle: haut.de