
Schöne, gesunde Haare sind ein wichtiger Teil des persönlichen Auftretens und einer gepflegt wirkenden äußeren Erscheinung. Haarschäden werden als ästhetischer Mangel empfunden. Doch die Unversehrtheit der Haarpracht ist gewissen Gefahren ausgesetzt, die als mechanische Reibung, chemische Substanzen oder Sonnenlicht daherkommen können. Mit dem Handtuch kann man vorsichtig umgehen, manch chemische Substanz kann man meiden, doch den Schäden, die UV-Licht am Haar verursacht, kann man im täglichen Leben nicht ganz so leicht ausweichen.
Durch photochemische Vorgänge kommt es zum Verlust von Proteinen und zum Abbau des Haarfarbstoffs Melanin. Einer koreanischen Studie zufolge verursachen dabei die unterschiedlichen UV-Anteile des Sonnenlichts auch unterschiedliche Schadbilder.
UV-B-Strahlen sorgen demnach vor allem für morphologische Schäden am Haar, während UV-A-Strahlen besonders biochemische Veränderungen verursachen. Dermatologen des Wonju Yonsei University College of Medicine in Wonju (Korea) haben das durch Haaruntersuchungen mit Hilfe des Elektronenmikroskops und durch Proteinanalysen herausgefunden.
Die Wellenlängen von 254 bis 315 nm (UV-B-Strahlung) sind verantwortlich für den Abbau von Haarproteinen, UV-A-Strahlung im Wellenlängenbereich von 315 bis 400 nm ist verantwortlich für Farbveränderungen.
Aminosäuren, aus denen die Haarproteine zusammengesetzt sind, sind lichtempfindlich. Ihre photochemische Schädigung produziert freie Radikale, die ihrerseits die Proteinstruktur des Keratins und damit die Haare weiter schädigen.
Melanin ist in der Lage, die Keratin-Matrix teilweise vor aggressiven Sauerstoffradikalen zu schützen, indem es diese bindet, berichten Dermatologen des Universitätsklinikums Sestre milosrdnice in Zagreb, Kroatien, in einer weiteren Studie. Zudem absorbierte es schädliche UV-Strahlung. Doch diesen Funktionen des natürlichen Haarpigments Melanin sind Grenzen gesetzt.
Hält man sich sehr viel oder sehr lange in der Sonne auf, wie etwa im Sommerurlaub am Meer, beim Freizeitsport oder beim Wandern im Gebirge, kann es dennoch zu Schäden kommen. Sonnenhüte und der Aufenthalt im Schatten, wenn die Sonne am höchsten steht, helfen, das Haar zu schützen. Daneben können auch Haarpflege-Produkte mit UV-Filtern helfen, das Haar vor schädlichen Auswirkungen des Sonnenlichts zu bewahren. Die kosmetische Forschung arbeitet an der Entwicklung weiterer Haarpflege-Produkte, die Haarschäden verhindern sollen.
haut.de 2009
Quellen: "Comparison of hair shaft damage after UVA and UVB irradiation", S.-Y. Jeon, L. Q. Pi und W.-S. Lee, J. Cosmet. Sci. 2008, 59: 151-156; "UV damage of the hair", K. Sebetić et al., Coll. Antropol. 2008, 32 Suppl. 2:163-5