Haftstoffe
Als Haftstoffe werden natürliche und synthetische Quellstoffe verwendet. Mit Ausnahme von Natriumalginat sind natürliche Quellstoffe heute aber nur noch selten anzutreffen. Die ersten Haftmittel bestanden aus Pflanzengummen auf Polysaccharid-Basis, zum Beispiel Gummi arabicum oder natürlichem Kautschuk.
Diese Quellstoffe bildeten mit Wasser kolloidale zähflüssige Lösungen oder Suspensionen mit plastischen Eigenschaften. Nach einem ähnlichen Schema funktionieren noch heute die synthetischen Quellstoffe. Mischsalzverbindungen erhöhen zusätzlich die Haftleistung der Produkte. Hilfsstoffe bei pastösen und flüssigen Haftmitteln sind wasserabstoßende Grundlagen, insbesondere Kohlenwasserstoffe wie Vaseline oder Paraffinöl. Außerdem können Lebensmittelfarbstoffe und Aromen zugesetzt sein.
Trägersubstanzen für Haftfolien sind Vliesstoffe, in die der Haftstoff eingearbeitet ist.
Die Anwendung von Haftmitteln erfolgt auf der gereinigten Zahnprothese. Während Pulver und Folien einen feuchten Untergrund benötigen - Pulver wird auf die gesamte Fläche der Prothesenbasis aufgestreut, Folien passend zurechtgeschnitten und aufgelegt - werden Cremes und Flüssigkeiten entsprechend der Dosieranweisung auf die trockene Prothese aufgetragen, und zwar in die Vertiefungen, die dem Kieferkamm später aufliegen. Anschließend wird die Prothese im Mund eingesetzt und einige Sekunden fest angedrückt. Nach diesem Schritt sollte nicht gleich Essen und Trinken folgen, also eine Weile warten, bis der volle Einsatz der Prothese gefordert ist.
Haftmittel sind sparsam aufzutragen. Eine überdosierung beeinträchtigt die Haftwirkung und führt zu einem Herausquellen des Haftmittels. Die Haftungshelfer müssen täglich entfernt werden, da sie andernfalls Nährboden für Keime bilden. Unter Verwendung eines mit speiseölgetränkten Wattestäbchens gelingt die Entfernung der Rückstände von Prothese und Gaumen recht leicht.
Stand: 30.05.2011 |








